RIGID – Resonance-based Investigation of GvHD-associated Induration and Dermal stiffness
Abbildung 1: PD Dr. med. habil. Matthias Fante und PD Dr. med. habil. Jochen Frietsch
Team
Die AG Fante und Frietsch der Medizinischen Klinik und Poliklinik II bestehen aus PD Dr. med. habil. Matthias Fante (links im Bild), PD Dr. med. habil. Jochen Frietsch (rechts im Bild) sowie fünf Doktoranden und Doktorandinnen.
Motivation und Innovation
„Das Wechselspiel von GvHD und GvL stellt die Lebensversicherung nach allogener Stammzelltransplantation dar – unser Ziel muss sein, den damit verbundenen Preis – nämlich eine Einschränkung der Lebensqualität – durch wissenschaftliche und klinische Fortschritte für den einzelnen Patienten so gering wie möglich zu halten.“
Die AG Fante und Frietsch setzt sich gemeinsam intensiv mit der allogenen Stammzelltransplantation und ihren komplexen Folgeerkrankungen, insbesondere der Graft-versus-Host-Disease (GvHD) auseinander. Dabei werden innovative Lösungen für die Herausforderungen der Immunreaktionen und Nachsorgebehandlungen gesucht, um das Langzeitüberleben und die Lebensqualität der Patienten und Patientinnen nach allogener Stammzelltransplantation weiter zu verbessern.
Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Die chronische GvHD (cGvHD) trägt nach allogener Stammzelltransplantation entschieden zur späten Therapie/transplantations-assoziierten Sterblichkeit und Einschränkung der Lebensqualität bei. Insbesondere sogenannte „hoch-morbide Formen“ wie die sklerodermiforme cGvHD – eine lokale oder systemische Vernarbung des Gewebes der Haut – stellen Behandler und Behandlerinnen vor eine herausfordernde Aufgabe. Die initiale Diagnosestellung, aber auch die Wahl und Dauer der GvHD-Therapie richtet sich dabei nach klinischen Symptomen, deren zuverlässige Erfassung und Verlaufsbeurteilung stark von der Erfahrung des jeweiligen Untersuchers abhängt. Durch eine Objektivierung der Diagnostik könnte somit eine Untersucher-unabhängige Zuverlässigkeit erzielt werden, die schädigende Einflüsse auf den Patienten durch unnötige Dosierung und Dauer der Immunsuppression vermeidet.
Insgesamt konzentrieren wir uns in unserem wissenschaftlichen Arbeiten darauf, die Diagnostik, die Stadieneinteilung, die Behandlung und auch die Verlaufsbeurteilung einer GvH-Erkrankung zu objektivieren.
Abbildung 2: Myoton
Ansatz des Forschungsprojektes
Die Schweregradeinteilung der dermalen Beteiligung durch eine chronische GvHD basiert im Wesentlichen auf einer subjektiven, klinischen Einschätzung. Um eine objektive Beurteilung zu ermöglichen, wird Weichgewebe nicht-invasiv durch ein mobiles Handgerät (Myoton) in Schwingung gesetzt. Aus dem Verlauf der gemessen Schwingung oder auch Oszillation lassen sich die dynamische Steifigkeit, die mechanische Spannungsrelaxationszeit und die Gewebeoszillationsfrequenz von Weichgewebe, der logarithmische Abfall der Gewebeoszillation und die allmähliche Dehnung des Gewebes im Laufe der Zeit, wenn es einer kontinuierlichen Zugspannung ausgesetzt ist, messen.
Welche Krebserkrankung soll behandelt werden?
Patientinnen und Patienten, die an unserem Zentrum eine allogene Stammzelltransplantation erhalten haben, können unabhängig von der zugrundeliegenden Erkrankung an der Untersuchung teilnehmen.
Warum soll das Forschungsprojekt unterstützt werden?
Von der bereits erwähnten cGvHD wird eine akute auftretende GvHD (aGvHD) unterschieden. Entsprechend ist die akute GvHD für die frühe transplantationsassoziierte Sterblichkeit (TRM).
Auch die GvHD selbst, sowie auch ihre Therapie können einen schweren Immundefekt und somit häufige opportunistische Infektionen zur Folge haben. Krankheitswahrscheinlichkeit und Sterblichkeit sind damit nicht nur auf die GvHD selbst zurückzuführen, sondern auch auf therapiebedingte Komplikationen. Der wichtigste prognostische Faktor, um das Langzeitüberleben positiv beeinflussen zu können, ist das primäre Ansprechen der GvHD auf die Behandlung.
Die Ergebnisse unserer Arbeiten könnten helfen, die interindividuelle Schweregradeinteilung einer dermalen Beteiligung durch eine GvHD objektiv einzuteilen und damit nicht nur den vom Patienten subjektiv wahrgenommen Gesundheitszustand (PROM), sondern auch das Überleben der Patienten und Patientinnen zu verbessern.
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