NeuroCARe plus: Digitale Pionierarbeit zur Früherkennung neurologischer CAR-T-Zell-Nebenwirkungen

Verantwortliche Personen:
AG Fleischer und Danhof – Medizinische Klinik und Poliklinik II, Universitätsklinikum Würzburg
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Abbildung 1: Das Team hinter NeuroCARe plus: Dr. med. Anna Fleischer (links oben), Prof. Dr. med. Sophia Danhof (rechts oben), Prof. Dr. Johannes Schobel (links), Barbara Huber (rechts), Dr. Thomas Däullary (unten)

 

TEAM

 

Unser interdisziplinäres Team besitzt nicht nur Expertise in psychosomatischer und onkologischer Patientenbetreuung in der Zelltherapie, sondern auch in den Bereichen digitale Gesundheitsanwendungen und technische Entwicklung. Gemeinsam wollen wir mit der digitalen Anwendung NeuroCARe plus die Versorgung verbessern und die Lebensqualität von Patienten mit CAR-T-Zelltherapie erhöhen. Mit unserem interdisziplinären Ansatz arbeiten wir daher daran, unter enger Einbeziehung von PatientInnen und Gesundheitsfachkräften die (Früh-)Erkennung von neurologischen Nebenwirkungen zu verbessern.

 

Dr. med. Anna Fleischer und Prof. Dr. med. Sophia Danhof leiten das Projekt und begleiten die konzeptionelle Weiterentwicklung der Anwendung.

 

Prof. Dr. Johannes Schobel verantwortet die technische Umsetzung und die Integration neuer digitaler Funktionen.

 

Barbara Huber unterstützt mit ihrer Erfahrung im Patientenkontakt und hilft dabei, die Anwendung alltagsnah und verständlich zu gestalten.

 

Dr. Thomas Däullary koordiniert das Projekt und unterstützt mit CAR-T-Zell Expertise.

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Abbildung 2:  Zukunftsvision der Anwendung von NeuroCARe plus (KI generiert). NeuroCARe plus soll in Zukunft die Überwachung von neurologischen Toxizitäten in patientenfreundlicher und sicherer Weise von zu Hause aus ermöglichen.

 

Motivation und Innovation

 

Die CAR-T-Zelltherapie eröffnet Menschen mit schwer behandelbaren Blutkrebserkrankungen neue Chancen, die Erkrankung zu kontrollieren oder sogar zu heilen. Gleichzeitig kann sie mit neurologischen Nebenwirkungen verbunden sein. Dazu zählen akute Auffälligkeiten, die von milder Verwirrtheit bis zu Krampfanfällen oder Bewusstseinsverlust reichen können, aber auch seltenere oder später auftretende Veränderungen wie Parkinson-ähnliche Bewegungsstörungen oder Hirnnervenlähmungen. Solche Symptome sollten möglichst früh erkannt werden, damit das Behandlungsteam rasch reagieren und ein Fortschreiten effizient verhindern kann.

 

Für die klinische Erfassung neurologischer Nebenwirkungen werden bislang vor allem ärztlich durchgeführte Untersuchungen genutzt. Um diese zu unterstützen, wurde mit NeuroCARe bereits eine tabletbasierte Anwendung entwickelt, mit der Patientinnen und Patienten regelmäßig kurze Übungen zu Aufmerksamkeit, Sprache, Denken und Motorik durchführen können. So sollen zu verschiedenen Zeitpunkten während der Therapie Veränderungen in der kognitiven Leistungsfähigkeit erkannt werden, die auf neurologische Nebenwirkungen schließen lassen könnten. Erste Untersuchungen zeigen, dass diese Anwendung vom Pflegepersonal und Krebspatientinnen und –patienten sehr positiv aufgenommen wurde.

 

Während die bereits umgesetzte Anwendung hauptsächlich kognitive Übungen bereitstellt, soll NeuroCARe plus diesen Ansatz nun gezielt erweitern: Geplant sind zusätzliche kamerabasierte Funktionen, um auch ausgewählte Bewegungsauffälligkeiten und Störungen der Gesichtsnerven digital zuverlässig zu erfassen. Damit soll die standardisierte Beobachtung neurologischer Symptome in der klinischen und ambulanten Versorgung verbessert und perspektivisch auch im häuslichen Umfeld ermöglicht werden.

 

Langfristig soll NeuroCARe plus dazu beitragen, Klinikaufenthalte zu verkürzen oder möglicherweise ganz zu vermeiden, ohne dass die diagnostische Qualität darunter leidet. Somit soll die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten unmittelbar verbessert und zugleich das medizinische Personal sowie das Gesundheitssystem nachhaltig entlastet werden.

Welche Ziele verfolgt das Projekt?

 

NeuroCARe plus soll helfen, neurologische Nebenwirkungen nach CAR-T-Zelltherapie strukturierter, alltagsnäher und potenziell früher zu erkennen. Gleichzeitig möchten wir die Anwendung so gestalten, dass sie für Patientinnen und Patienten, Angehörige und Gesundheitsfachkräfte praktikabel und verständlich ist. In der aktuellen Förderphase geht es vor allem darum, die Machbarkeit zu prüfen und die Grundlage für eine nachfolgende Validierungsstudie zu schaffen.

Abbildung2-Projektueberblick
Abbildung 3: Projektüberblick über die NeuroCARe plus Anwendung. In der Entwicklung von NeuroCARe plus fließen die Anforderungen der Stakeholder mit denen der technischen Entwicklung zusammen. Um die erfolgreiche Umsetzung zu erfassen, werden Key Performance Kriterien für NeuroCARe plus und das Schulungsmaterial definiert. In einer Machtbarkeitsstudie wird NeuroCARe plus auf Anwendbarkeit überprüft und darauf aufbauend eine Validierungsstudie vorbereitet.

 

Ansatz des Forschungsprojektes

 

Im Projekt wird die bestehende Anwendung technisch und inhaltlich erweitert. Dazu gehören neue kamerabasierte Tests zur Erfassung ausgewählter neurologischer Auffälligkeiten sowie die gezielte Anpassung an die Bedürfnisse der späteren Nutzerinnen und Nutzer. Ergänzend werden Anforderungen aus Patientensicht und aus dem klinischen Alltag erhoben. In einer Machbarkeitsuntersuchung wird anschließend geprüft, wie gut sich NeuroCARe plus im Versorgungsalltag einsetzen lässt. Die Ergebnisse fließen in die Planung einer weiterführenden klinischen Validierung ein.

Welche Krebserkrankung soll behandelt werden?

 

Die CAR-T-Zelltherapie wird derzeit hauptsächlich bei hämatologischen Krebserkrankungen eingesetzt. NeuroCARe plus soll primär speziell bei diesen Therapien angewendet werden, könnte darüber hinaus in Zukunft aber auch zur standardisierten digitalen Symptomerfassung bei anderweitigen Erkrankungen des Nervensystems in Betracht gezogen werden.

Warum soll das Forschungsprojekt unterstützt werden?

 

Digitale Anwendungen können die Medizin besonders dort sinnvoll ergänzen, wo sie eine standardisierte und strukturierte Verlaufsbeobachtung ermöglichen und dazu beitragen, Arzt- oder Klinikbesuche gezielter zu steuern, zu verkürzen oder in einzelnen Fällen zu vermeiden. Das Projekt NeuroCARe plus schafft die Grundlage dafür, neurologische Nebenwirkungen nach CAR-T-Zelltherapie nicht nur im stationären Verlauf, sondern auch im ambulanten und perspektivisch häuslichen Umfeld besser zu erfassen. Dadurch könnte die Patientensicherheit verbessert werden, die Versorgung früher und gezielter erfolgen und die Belastung für Betroffene reduziert werden. Die Förderung würde helfen, aus einer vielversprechenden digitalen Idee einen belastbaren nächsten Entwicklungsschritt in Richtung klinischer Anwendung zu machen.

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