Krankheitsbewältigung bei einer Krebserkrankung mittels psychoonkologischer Online-Gruppe fördern
Abbildung 1: PD. Dr. rer. nat. Karin Meng, PD Dr. phil. Elisabeth Jentschke, Antonia Rabe (von links); Doktorandinnen: Emilia Brück, Jule Neumann (von links).
TEAM
Das Forscherteam bringt Kompetenzen aus Psychoonkologie, Psychotherapie, Mind-Body-Medizin und Selbstmanagementschulung ein. Gemeinsames Ziel ist es, die Selbsthilfekompetenzen von Menschen mit einer Krebserkrankung zu stärken und dadurch psychische Belastungen durch eine Krebserkrankung zu vermindern.
Motivation und Innovation
Krebserkrankungen sind häufig auch mit psychischen Belastungen, wie Ängsten, gedrückter Stimmung, Fatigue und einer verminderten Lebensqualität der Betroffenen verbunden. Psychoonkologische E-Health Interventionen sind eine vielversprechende Ergänzung in der Patientenversorgung, da sie ortsunabhängig, flexibel und niedrigschwellig zugänglich sind. Hinsichtlich deren Wirksamkeit zur Reduktion von psychischer Belastung und Fatigue besteht noch Forschungsbedarf. Motivation der Forscherinnen ist es daher, wirksame psychoonkologische Online-Gruppenangebote zu entwickeln und damit langfristig die psychoonkologischen Versorgungsangebote für Betroffene zu erweitern.
Abbildung 2: Überblick Webinar - Beispielfolien
Welche Ziele verfolgt das Projekt?
Ziel ist es, Betroffene in ihren Selbsthilfekompetenzen zu stärken und dadurch krankheitsbezogene Belastungen zu verringern. Dafür wurde ein Gruppenprogramm mit 8 Einheiten à 60 Minuten erstellt. Jede Einheit umfasst psychoedukative Inhalte zur Förderung von Selbstmanagement und Krankheitsverarbeitung und schließt mit einer Yoga- oder Entspannungsübung. Durch den Austausch in der Gruppe können sich die Teilnehmenden wechselseitig unterstützen. Die wesentlichen Inhalte und Übungen werden jeweils im Anschluss an die Einheiten per E-Mail zugestellt, sodass diese weiter eigenständig genutzt werden können. Ein Teil der Teilnehmenden erhielt zusätzlich weitere Informationen (Erinnerungsmails) nach Abschluss der 8 Einheiten.
Untersucht wurde die Wirksamkeit dieser Webinar-Gruppe im Vergleich zu einer Wartekontrollgruppe. Die Ergebnisse sprechen für deren Wirksamkeit hinsichtlich einer Verminderung von Ängstlichkeit, Depressivität und Fatigue bei den Teilnehmenden. Inwieweit die Erinnerungsmails einen zusätzlichen Nutzen haben wird aktuell noch geprüft.
Warum soll das Forschungsprojekt unterstützt werden?
Die Projektergebnisse unterstützen bestehende Befunde, dass interaktiv gestaltete, digitale Angebote zur Stärkung der Selbstmanagementkompetenzen eine sinnvolle Ergänzung in der psychoonkologischen Versorgung darstellen. Dies gilt insbesondere für Betroffene mit eingeschränktem Zugang zu Angeboten vor Ort. Die Teilnehmenden haben die Online-Gruppe, deren Inhalte, Übungen und die Gruppeninteraktion positiv bewertet. 98 Prozent würden diese anderen Betroffenen weiterempfehlen.
Mit dem Webinar-Gruppenangebot kann ein wirksames, patientenorientiertes Unterstützungsangebot für Menschen mit einer Krebserkrankung bereitgestellt werden. Mit der Förderung könnte das Konzept weiterentwickelt und der überregionale Transfer in die Regelversorgung (im WERA-Verbund) unterstützt werden.