Mit Bewegung Krebs vorbeugen – Aktionstag auf dem Gelände der Sport-Uni
Mit Bewegung Krebs vorbeugen – Aktionstag auf dem Gelände der Sport-Uni
Nahezu jeder zweite Mensch in Deutschland erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs – das hat das Robert Koch Institut zu Jahresbeginn mitgeteilt. In den letzten 25 Jahren sind zwar immer weniger Menschen an den Folgen von Krebs gestorben und die Zahl der Neuerkrankungen ist insgesamt zurückgegangen. Doch das ist unter anderem der Forschung und der Bewegung zuzuschreiben. Insbesondere der letzte Punkt stand am Samstag bei einem Aktionstag in Würzburg im Mittelpunkt – wir waren vor Ort und haben uns umgehört.
Bewegung gegen Krebs
Perfekte Bedingungen am Sportzentrum der Uni Würzburg für einen ganzen Tag voller Bewegung. Der Name ist hier Programm: „Wir bewegen Bayern“ lautet das Motto des Aktionstages, der in insgesamt fünf bayerischen Städten stattfindet. Zwischen Sportstationen, Gesundheitsangeboten und Infoständen wird schnell deutlich: Bewegung macht nicht nur Spaß – sie kann auch dabei helfen, Krebs vorzubeugen.
„Wir wissen, dass ungefähr ein Drittel der Krebs-Neuerkrankungen verhindert werden könnten. Deswegen legen wir aktuell einen ganz verstärkten Fokus auf Prävention. Und zwar mit einem Masterplan, der nicht nur theoretisch ist, sondern, der ganz viele Maßnahmen, Aktionen, Initiativen beinhaltet, die vor Ort stattfinden, wie dieser Aktionstag heute hier.“, so Judith Gerlach, Schirmherrin, Bayerische Gesundheitsministerin.
Prävention ist besser als Reaktion
Regelmäßige körperliche Aktivität gilt als einer der wichtigsten Faktoren für einen gesunden Lebensstil. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Bewegung das Risiko für zahlreiche Erkrankungen senken kann – darunter auch verschiedene Krebsarten. Genau deshalb rückt das Thema zunehmend in den Fokus der Forschung.
„Es ist uns sehr wichtig, als Bayerisches Zentrum für Krebsforschung nicht nur direkt die Forschung zu machen, wie man Erkrankungen behandeln kann, sondern auch in den Mittelpunkt zu stellen – auch in die Forschung – einfließen zu lassen, wie man Erkrankungen verhindern kann. Es ist immer besser, Erkrankungen zu verhindern als sie zu behandeln.“, so Prof. Dr. Andrea Wittig, Direktorin des Bayerischen Zentrums für Krebsforschung.
Verschiedene Sportarten im Angebot
Wie abwechslungsreich Bewegung aussehen kann, erleben die Besucherinnen und Besucher auf dem gesamten Gelände. Von Yoga und Pilates über Handball und Parkour bis hin zu Discgolf. Das Ziel: Menschen unabhängig von Fitnesslevel oder Vorerfahrung für mehr Bewegung im Alltag zu begeistern.
„Wir haben 18 Sportvereine heute motiviert, hier dabei zu sein. Ein breites Angebot für Kinder, für Senioren und alle zu bieten. Weil eines wissen wir heute: Dass Bewegung das Krebsrisiko senkt. Und dafür sind die alle aktiv geworden. Und zudem haben wir noch 25 Infostände im Kampf gegen Krebs und laden alle herzlich ein, da mal reinzuschnuppern und selbst was zu tun.“, so Organisatorin Gabriele Nelkenstock.
Informationsangebote nicht nur eine Randnotiz
Rund um die Sportflächen informieren Selbsthilfegruppen, Vereine und medizinische Einrichtungen über Prävention, Früherkennung und Unterstützungsangebote. Auch bei einer bereits bestehenden Krebserkrankung kann Bewegung einen entscheidenden Unterschied machen.
„Das bedeutet, dass selbst Krebspatienten, die im Endstadium ihrer Erkrankung sich befinden, dass auch für die wissenschaftlich nachgewiesen ist, dass Sport und Bewegung als unterstützende Maßnahme die Lebensqualität signifikant verbessern kann.“, so Prof. Dr. Stephan Hackenberg, Stellvertreter des Ärztlichen Direktors der Uniklinik Würzburg.
Bewegungstherapien sind deshalb heute fester Bestandteil vieler moderner Behandlungskonzepte. Sie können helfen, Nebenwirkungen von Therapien zu reduzieren und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Der Aktionstag möchte genau dieses Wissen einer breiten Öffentlichkeit vermitteln. Neben Prävention und Bewegung steht deshalb auch konkrete Hilfe für Erkrankte im Mittelpunkt. Viele Besucherinnen und Besucher nutzen die Gelegenheit, sich über Stammzellspenden zu informieren oder sich direkt registrieren zu lassen.
„Wir wissen, dass ganz viele von den Patienten Blutkrebserkrankungen zum Beispiel haben. Und da ist die Therapie der Wahl, die wirklich Leben retten kann, eine Blutstammzelltransplantation. Und dafür braucht man Spender. Genauso wie man für Blut für Operationen Spender braucht, brauchen wir das auch für die Stammzellen. Und da war natürlich total naheliegend zu sagen: Okay, wir wollen für alle was haben. Wir wollen auch weiterdenken und für die was tun, die jetzt gerade betroffen sind und dringend Spender brauchen.“, so Prof. Dr. Claudia Löffler, Professorin für Integrative Onkologische Medizin.
Wie schnell und einfach so ein Test abläuft, zeigt der zwölfmalige Schwimmweltmeister Thomas Lurz. Die Botschaft des Tages ist klar: Bewegung hält fit, kann Krankheiten vorbeugen und Betroffenen neue Lebensqualität schenken. Es braucht nicht zwingend ein tägliches Sportprogramm – jede noch so kleine Bewegung zählt. Und manchmal kann sogar ein kurzer Test der erste Schritt sein, um einem anderen Menschen das Leben zu retten.
Den Auftritt vom 16.06.2026 finden Sie hier.