Der Rotkreuzhof wird zum Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung

Pressemitteilung des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“

Der Verein „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ startet die Planungen für ein neuartiges Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung im historischen Rotkreuzhof in Würzburg. Das Projekt soll eine Lücke zwischen Klinik, ambulanter Behandlung und Zuhause schließen und Familien während schwerer Erkrankungen unterstützen. Geplant sind barrierearme Appartements, Beratungs- und Schulungsangebote sowie Räume für Begegnung und Selbsthilfe.

 

Würzburg. Nach dem Willen des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ soll im Rotkreuzhof in Würzburg-Oberdürrbach ein Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung entstehen. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten sowie ihren Angehörigen während medizinischer Behandlungen, ambulanter Therapien oder in Übergangsphasen nach einem Klinikaufenthalt einen gemeinsamen Aufenthaltsort zu bieten. Das Vorhaben verbindet Wohnen auf Zeit mit psychosozialer Unterstützung, Beratung, Bildung und Selbsthilfeangeboten. Die Stiftung Juliusspital Würzburg unterstützt dieses Vorhaben, indem sie dem Verein die historische Hofanlage im Rahmen eines Erbbaurechts langfristig zur Verfügung stellt.

 

Warum wird ein solches Zentrum gebraucht?

 

Die moderne Medizin ermöglicht immer kürzere Krankenhausaufenthalte und zunehmend ambulante oder teilstationäre Behandlungen. Gleichzeitig reisen viele Patientinnen und Patienten für hochspezialisierte Therapien über weite Strecken zum Behandlungsort an. „Für Angehörige bedeutet dies häufig lange Fahrwege, fehlende Übernachtungsmöglichkeiten in Kliniknähe sowie eine räumliche Trennung in einer ohnehin belastenden Situation“, berichtet Gabriele Nelkenstock. Die Vorsitzende von „Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.“ fährt fort: „Gerade an einem führenden Gesundheitsstandort wie Würzburg mit Universitätsmedizin, Transplantations- und Krebszentren sowie hochspezialisierten Einrichtungen für Kinder- und Palliativmedizin wächst der Bedarf an ergänzenden Unterstützungsangeboten.“ Nach ihren Worten soll das geplante Zentrum diese Versorgungslücke schließen und die medizinische Spitzenversorgung um soziale Nähe ergänzen.

 

Welche Angebote macht das Zentrum?

 

Kern des Projekts sind rund 18 barrierearme Appartements für Patientinnen, Patienten und Angehörige. Ergänzt werden sie durch Gemeinschafts- und Aufenthaltsbereiche, Beratungsräume sowie Seminar- und Schulungsräume. Inhaltlich basiert das Konzept auf drei Säulen:

 

  • Wohnen auf Zeit: Betroffenen und ihren Familien wird eine bezahlbare Unterkunft in Kliniknähe geboten.
  • Begleitung: Die Bewohnerinnen und Bewohner erhalten Beratungsleistungen, psychosoziale Unterstützung sowie ehrenamtliche Hilfsangebote.
  • Bildung und Austausch: Geplant sind Angehörigenschulungen, der Kontakt zu Selbsthilfegruppen sowie Fortbildungen und Veranstaltungen.

 

Wichtig ist den Initiatoren die klare Abgrenzung: Der Rotkreuzhof wird weder Pflegeheim noch Hospiz, Rehabilitationsklinik oder klassisches Hotel sein. Vielmehr versteht er sich als sozialmedizinische Begleitinfrastruktur zwischen Klinik und Zuhause.

 

Wer kann das Zentrum nutzen?


Das Angebot richtet sich an Menschen, die aufgrund einer schweren Erkrankung oder einer komplexen medizinischen Behandlung vorübergehend Unterstützung benötigen. Dazu zählen Patientinnen und Patienten ebenso wie ihre Angehörigen. Besonders profitieren sollen Familien, die während einer Therapie oder nach einem Krankenhausaufenthalt beieinanderbleiben möchten. „Auch wenn der Initiator des Vorhabens ‚Hilfe im Kampf gegen Krebs‘ heißt, sind die Leistungen des Zentrums keineswegs auf onkologische Patientinnen und Patienten beschränkt“, unterstreicht Nelkenstock.

 

Darüber hinaus sollen Selbsthilfegruppen, soziale Einrichtungen, Beratungsdienste und Fortbildungsangebote die Räume am Rotkreuzhof nutzen können.

 

Wie soll das Vorhaben finanziert werden?

 

Rechtliche Grundlage des Projekts ist ein Erbpachtmodell mit dem Eigentümer des Anwesens, der Stiftung Juliusspital Würzburg. Die Finanzierung basiert auf mehreren Säulen. Geplant sind Großspenden und Zuwendungen von Mäzenen, Fördermittel von Stiftungen und öffentlichen Programmen, Förderdarlehen, Eigenmittel des Trägers sowie bürgerschaftliches Engagement. Ziel ist laut Nelkenstock eine langfristig tragfähige Finanzierung sowohl des Umbaus als auch des späteren Betriebs.

 

Wann und wie geht es in die Umsetzung?

 

Mit der öffentlichen Vorstellung des Konzepts beginnt nun die nächste Phase der Projektentwicklung. Im ersten Bauabschnitt sollen die etwa 18 Appartements, Gemeinschaftsbereiche, Seminar- und Beratungsräume sowie Organisations- und Verwaltungsflächen geschaffen werden. Die vorhandenen Garten- und Außenanlagen können dabei weitgehend übernommen werden.

 

Parallel dazu sollen weitere Finanzierungsbausteine gesichert, Fördermittel eingeworben und die bauliche Planung konkretisiert werden.

 

Über den Rotkreuzhof

 

Der Rotkreuzhof liegt in der Oberdürrbacher Straße 100 in Würzburg-Oberdürrbach auf einem rund 9.500 Quadratmeter großen Grundstück. Das denkmalgeschützte Anwesen blickt auf eine fast 800-jährige Geschichte zurück und wird bereits seit 1232 als Ort der Fürsorge erwähnt. Seit 1580 gehört der Rotkreuzhof – mit zeitweisen Unterbrechungen – als landwirtschaftlicher Hof zur Stiftung Juliusspital Würzburg. Das nun vorgestellte Projekt des Vereins „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ betrifft ausschließlich die Hofanlage des Rotkreuzhofs – die dortigen landwirtschaftlichen Flächen werden weiterhin vom Juliusspital bewirtschaftet.

 

Die historische Hofanlage umfasst mehrere Gebäude, die sich um einen Innenhof gruppieren. Neben den künftigen Wohn- und Begegnungsbereichen stehen großzügige Garten- und Freiflächen zur Verfügung. Mit der behutsamen Umnutzung des Ensembles soll die geschichtliche Bedeutung des Rotkreuzhofs bewahrt und zugleich eine neue soziale Aufgabe für die Region geschaffen werden. Karsten Eck, als Oberpflegamtsdirektor der Stiftung Juliusspital Würzburg quasi der Hausherr des Rotkreuzhofs, begrüßt die Initiative von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ ausdrücklich: „Es freut uns sehr, dass unsere Hofanlage künftig einem so wichtigen sozialen Zweck dienen soll. Das geplante Zentrum für Patienten- und Angehörigenbegleitung fügt sich in besonderer Weise in unseren Stiftungsauftrag ‚Helfen & Heilen‘ ein. Dass hier ein Ort entstehen kann, der schwer erkrankten Menschen und ihren Familien in unmittelbarer Nähe zu den Würzburger Kliniken zugleich Ruhe, Natur und Raum zum Krafttanken bietet, ist eine echte Win-win-Situation. Wir danken Frau Nelkenstock und allen Beteiligten für ihr großes Engagement und freuen uns, zu diesem wegweisenden Vorhaben einen Beitrag leisten zu können.“

 

Gabriele Nelkenstock ergänzt: „Langfristig wollen wir hier ein Modellprojekt für eine ganzheitliche Gesundheitsversorgung schaffen, das medizinische Behandlung und menschliche Begleitung miteinander verbindet.“

 

Wer die Arbeit von „Hilfe im Kampf gegen Krebs“ und den Aufbau des Zentrums für Patienten- und Angehörigenbegleitung unterstützen möchte, kann dies tun unter Spendenkonto:

 

Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.
Sparkasse Mainfranken Würzburg
IBAN: DE46 7905 0000 0000 0686 68
www.kampfgegenkrebs.de

 

 

Text: Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

Bilder: Rotkeuzhof_1.jpg, Rotkreuzhof_2.jpg, © Hilfe im Kampf gegen Krebs e.V.

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