Gezielte Reaktivierung der körpereigenen Immunantwort gegen das Multiple Myelom

Verantwortliche Personen:
Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Dr. Beilhack und Prof. Dr. Wajant

Zentrum für Experimentelle Molekulare Medizin und Abteilung für Molekulare Innere Medizin der Medizinischen Klinik und Poliklinik II

Team

 

Seit mehr als 10 Jahren erforschen die Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Dr. Beilhack und Prof. Dr. Wajant gemeinsam die Immunregulation von Entzündungserkrankungen und Krebs. Dabei stehen insbesondere die molekularen und zellulären Wirkmechanismen der Tumornekrosefaktor-Rezeptorsuperfamilie im Fokus. Hier ergänzt sich die molekularbiologische und biochemische Expertise der AG von Prof. Wajant und die immunbiologische und hämatoonkologische Expertise der AG von Prof. Beilhack in hervorragender Weise. Das interdisziplinäre Team setzt sich aus erfahrenen Biologen, Molekularbiologen, Biochemikern, Bioinformatikern, technischen Assistenten und Klinikern zusammen.

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Das Team für Experimentelle Stammzelltransplantation von Prof. Beilhack

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Das Team der Abteilung für Molekulare Innere Medizin von Prof. Wajant

Motivation und Innovation der Arbeitsgruppe

 

Ein zentraler Mechanismus der Immunantwort gegen Krebs ist die Aktivierung sogenannter zytotoxischer T Zellen (CD8+ T Zellen) und von Natürlichen Killerzellen (NK Zellen), die gezielt die entarteten Krebszellen erkennen und zerstören. Viele Krebserkrankungen, und wie wir jüngst zeigen konnten auch das Multiple Myelom, eine bösartige Erkrankung von Plasmazellen im Knochenmark, nutzen aktiv körpereigene Mechanismen, um eine Immunantwort gegen Krebs zu verhindern. Die Rezeptoren der Tumornekrosefaktor-Rezeptorsuperfamilie spielen für die Aktivierung des Immunsystems auch im Tumormikromilieu eine zentrale Rolle. Das Team um Prof. Wajant und Prof. Beilhack hat ein neues Therapiekonzept entwickelt, welches diese aktivierenden Rezeptoren in Abhängigkeit von Oberflächeneiweißen auf entarteten Myelomzellen stimuliert. Aufbauend auf einem neu entdeckten Mechanismus sollen in diesem Forschungsprojekt neu entwickelte rekombinante Antikörperfusionsproteine getestet werden, welche die bislang unvermeidbaren Nachteile herkömmlicher immunstimmulierender Antikörper ausschalten, und lokal im Tumor die Aktivierung des Immunsystems maximal stimulieren.

Welche Ziele verfolgt das Projekt?

 

Erste in vitro Machbarkeitsnachweise zeigten bereits, dass die neuen Antikörperfusionsproteine sehr selektiv an die auf Myelomzellen vorkommenden Eiweißmoleküle binden, und nur in diesem Fall, d.h. potentiell nur lokal im Tumor, immunaktivierende Rezeptoren maximal stimulieren. Das Ziel des vorliegenden Projektantrags ist es nun im präklinischen Tierversuch (in immunkompetenten Mausmodellen für das Multiple Myelom) erstmalig die in vivo Wirksamkeit dieses neuen Therapiekonzepts zu beweisen bevor dieses auf Patienten übertragen werden kann. Mittels empfindlicher Bildgebungsmethoden kann das Wachstum und die Ausbreitung des Multiplen Myeloms bzw. das Therapieansprechen nicht-invasiv in den Versuchstieren beobachtet werden. Eine Finanzierung über die Stiftung „Forschung hilft!“ könnte somit einen wichtigen Grundstein für die Entwicklung eines neuen Therapiekonzepts legen, welches die Aktivierung der körpereigenen Immunantwort ganz selektiv gegen die bösartigen Multiplen Myelomzellen entfachen soll.

„Die natürliche Immunabwehr kann man wohl als die ausgeklügeltste Waffe gegen Krebs ansehen. Die körpereigene Immunantwort gegen Krebs zu reaktivieren steht daher für uns im Vordergrund.“

 

Prof. Dr. Dr. Andreas Beilhack & Prof. Dr. Harald Wajant
Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg

WAS IST DER ANSATZ DES FORSCHUNGSPROJEKTES?

 

Die Reaktivierung der körpereigenen Immunantwort gegen Krebs soll durch rekombinante Antikörperfusionsproteine erfolgen. Die Wirkung dieser neu konzipierten Antikörperfusionsproteine entfaltet sich nur in unmittelbarer Umgebung von Krebszellen, sodass die körpereigene Immunantwort nur dort aktiviert wird. Der Vorteil dieses Therapiekonzepts ist, dass von außen keine Immunzellen manipuliert werden müssen bzw. Nachteile von bisher präklinisch und klinisch getesteten immunaktivierenden Antikörpern (Nebenwirkungsprofil, systemische Wirkung) minimiert werden können.

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