Nachweis relevanter Genalterationen in der gesunden Kolonmukosa – Implikationen zur besseren Risikos

Verantwortliche Personen:
AG Meining – Gastroenterologie, Medizinische Klinik und Poliklinik II des Universitätsklinikums Würzburg
Meining-Forschungsag

Die Abbildung zeigt das mikroskopische Bild von Dickdarmpolypen. Obgleich die Pathologie identisch ist, gibt es unterschiedliche genetische Veränderungen (und umgekehrt).

 

 

 

 

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Team

Das interdisziplinäre Forscherteam von Herrn Prof. Dr. Alexander Meining setzt sich aus erfahrenen Klinikern, technischen Assistenten und Doktoranden zusammen.

Motivation und Innovation der Arbeitsgruppe

Die Vorsorgekoloskopie zur Verhinderung eines kolorektalen Karzinoms (KRK) ist zwischenzeitlich etabliert und wirksam. Die Effektivität beruht darauf, dass Adenome als Vorläufer des KRK endoskopisch entfernt werden können. In einer eigenen Studie anhand von über 200 Polypen, die mittels eines Gene Panels im Rahmen eines next-Generation-Sequencing analysiert wurden, ergab sich der relativ häufig genetische Mutationen. Auffällig war hierbei, dass zwar signifikante Unterschiede des Mutationsmusters im linken versus rechten Kolons bestanden, die Histologie (Adenom ja/nein) jedoch nur sehr schlecht bzw. negativ mit fraglich relevanten Mutationen korrelierte. Endoskopisch-histologische Kriterien, die einem harmlosen Befund entsprechen und demzufolge für den Patienten oft keine weitere Relevanz implizieren, sind daher in nicht wenigen Fällen genetisch „auffällig“ (und umgekehrt).

Welche Ziele verfolgt das Projekt?

Vorarbeiten haben gezeigt, dass die Relevanz von genetischen Alterationen fraglich ist, da diese häufig auch in vermeintlich harmlosen Läsionen nachgewiesen werden können. Andererseits können signifikante Unterschiede des genetischen Musters auch bei harmlosen Läsionen im linken versus rechten Kolon nachgewiesen werden. Es stellt sich daher die Frage, ob auch in gesunder, endoskopisch unauffälliger Mukosa „relevante“ Mutationen ermittelt werden können.

Sollte dies der Fall sein, erscheinen diese Mutationen klinisch eher nicht relevant, der Focus zukünftiger Arbeiten zur Ermittlung des Risikos einer malignen Transformation eines Polypen sollte auf andere Mechanismen gelegt werden. Weiterhin gilt es zu untersuchen, ob es tatsächlich Unterschiede des genetischen Musters der gesunden Mukosa in beiden Darmabschnitten gibt.

 

Die Ergebnisse des Projekts haben einen großen Einfluss auf die in Deutschland als kassenärztliche Leistung zugelassene Vorsorgekoloskopie, da durch die genetische Analyse weitere Informationen zum Wert des bisherigen Procedere (Terminierung der Überwachungsintervalle in Abhängigkeit von der Histologie der Polypen) gewonnen werden können.

 

Was ist der Ansatz des Forschungsprojektes?

  • Entnahme von je einer Biopsie aus gesunder Schleimhaut im Coecum und im Sigma bei Personen, bei denen eine Vorsorgekoloskopie durchgeführt wird
  • Formalin-freie Fixation mittels Paxgene
  • NGS mit Colon-Panel der Firma Qiagen
  • Abnahme und Lagerung von EDTA-Blut (zum möglichen Nachweis oder Ausschluss einer Keimbahnmutation)
  • Dokumentation klinisch-anamnestischer Daten (einschließlich Anamnese eines KRK, Adenoms)
  • Histologische Beurteilung der Mukosa anhand des Paxgene-fixierten Materials

 

Welche Krebserkrankung soll behandelt werden?

Vorsorge des kolorektalen Karzinoms (Dickdarmkrebs)

 

 

Warum soll das Forschungsprojekt unterstützt werden?

Die Ergebnisse des Projekts haben einen großen Einfluss auf die in Deutschland als kassenärztliche Leistung zugelassene Vorsorgekoloskopie, da durch die genetische Analyse weitere Informationen zum Wert des bisherigen Procedere (Terminierung der Überwachungsintervalle in Abhängigkeit von der Histologie der Polypen) gewonnen werden können.

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